Unglückstag Freitag, der 13.: Woher stammt der Aberglaube?

Freitag, der 13., gilt als Unglückstag. Viele Personen haben Angst vor dem vermeintlichen Pechtag – doch woher kommt dieser Aberglaube?

Freitag, der 13. – die Angst davor ist manchmal so extrem, dass manche Personen an diesem Tag nicht reisen, Termine absagen oder gar nicht das Haus verlassen. Über diese Personen sagt man, dass sie unter Paraskevidekatriaphobie leiden. Der Begriff stammt aus dem Griechischen: paraskevi = Freitgag, dekatria = dreizehn und phobia = Angst, Phobie.

Doch woher kommt diese Angst? Wir werden weiter unten sehen, dass dieser Aberglaube gar nicht so alt ist, wie man vielleicht glaubt. Er hat sich aber deswegen stark verbreitet, weil hier zwei Elemente aufeinander treffen, die angeblich Unklüch bringen. Und zwar der Freitag und die Zahl 13.

Pechtag: Wieso hat Freitag eine negative Bedeutung?

Als es das Christentum noch nicht gab, galt der Freitag nicht als Pechtag. Ganz im Gegenteil: Freitag ist der Tag der Venus, der Göttin der Liebe. Von ihrem Namen wurden die Wörter abgeleitet, die diesen Tag in den romanischen Sprachen bezeichnen (dies Veneris): vendredi (Französisch), venerdi (Italienisch), viernes (Spanisch). In den germanischen Sprachen wurde dieser Tag nach der Göttin Frigg, der nordischen Göttin der Ehe, benannt: Freitag, Friday (Englisch), vrijdag (Niederländisch), fredag (Schwedisch), usw.

Wenn es in in der römischen Antike einen Pechtag gab, dann der Dienstag – der Tag des Gottes Mars. Da es sich dabei um den Gott des Krieges handelte, konnte man diesen Tag leichter als „Pechtag“ interpretieren als den Freitag.

Erst nach der Verbreitung des Christentums bekam der Freitga eine negative Konnotation. Jesus wurde an einem Freitag gekreuzigt und starb am selben Tag (s. Karfreitag). Daher die Idee, dass dieser Wochentag Pech bringen würde.

Die erste schriftliche Quelle, wo der Freitag als Unglückstag erwähnt wird, ist The Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer. In einer der Erzählungen wird Richard Löwenherz erwähnt, der an einem Freitag Unglück hatte („And on a Friday fil al this meschaunce.”). Der Autor schreibt, dass der König an einem Freitag verletzt wurde. In Wirklichkeit entstand die Verletzung, die zum Tod Richards führen würde, am Abend des 25. März 1199. Das war eigentlich ein Donnerstag.

Symbolbild Freitag der 13.
Ist Freitag, der 13., ein Unglückstag?

Warum gilt die 13 als Unglückszahl? 

Die Zahl 13 hat in vielen Kulturen und Religionen eine besondere Bedeutung. In manchen Fällen ist das eine Glückszahl, in anderen bringt sie Unglück.

In der westlichen Kultur herrscht die Idee, dass das eine Unglückszahl sei. Genau wie die Idee, dass der Freitag Unglück bringt, hat auch der Aberglaube bezüglich der Zahl 13 seinen Ursprung in der christlichen Religion. Beim letzten Abendmahl waren 13 Personen dabei, wobei die 13. Person Judas war. Judas ist derjenige, der Jesus verraten hat und so hat sich dann die Idee verbreitet, dass die Zahl 13 Unglück bringt. Eine ähnliche Geschichte gibt es auch in der nordischen Mythologie: Der Gott Loki nimmt uneingeladen an einem Treffen anderer zwölf Götter teil. In dieser Nacht tötet er den Gott Balder und die Erde wird von Dunkelheit umhüllt. Von diesen Geschichten ausgehend werden in manchen Ländern keine Festessen mit 13 Gästen organisiert. Weil man glaubt, dass eine Person sterben wird.

In anderen Kulturen, beispielsweise der jüdischen, hat die Zahl 13 eine positive Bedeutung. Das ist unter anderem das Alter, wenn Jungen als erwachsen und somit als Vollmitglieder der jüdischen Gemeinde gelten (Bar Mitzvah). Die Nummer 13 ist auch unter den Personen, die Magie praktizieren, ein Symbol der Reife und Volljährigkeit. Eine Person muss mindestens 13 Jahre alt sein, um einem solchen Kult beizutreten.

In der Antike symbolisierte die Zahl 13 die Weiblichkeit. Weil das die Anzahl der Menstruationen ist, die eine Frau in einem Jahr hat (28 Tage x 13 = 365 Tage).

Die Zahl 13 in der Numerologie und Astrologie

In der Numerologie steht die Zahl 13 für Transformation, für Entwicklung. Eine ähnliche Bedeutung hat die Zahl 13 auch in den Tarot-Karten. Die Karte 13 ist der „Tod“ – wobei damit nicht unbedingt der physische Tod gemeint ist (es stirbt also niemand). Es geht eher um einen symbolischen Tod, um eine große Änderung im Leben einer Person. Wenn wir die Zahlen 1 und 3 addieren, erhalten wir 4 – eine Zahl, die in der Numerologie für Ganzheit, Ordnung und Materie steht. Sie hat also eine positive Bedeutung. Nur in der asiatischen Kultur ist die Vier negativ: Weil die chinesische Benennung dieser Ziffer dem chinesischen Wort für „Tod“ ähnelt. Somit hat hier die Zahl 4 eine negative Bedeutung, wie die Dreizehn in der westlichen Kultur.

In der Astrologie und Astronomie denkt man bei der Zahl 13 an den „Blauen Mond“. Ein Mondphasenzyklus (Lunation) dauert ungefähr 29 Tage. In einem Jahr gibt es 12 solche Zyklen und somit haben wir zwölfmal Vollmond. Die Anzahl der Tage in einem Jahr stimmt aber mit der Anzahl der Tage der 12 Lunationen (etwa 348) nicht überein. So kommt es dazu, dass es einmal in 2-3 Jahren 13 Vollmonde gibt. In einem der Monate gibt es dann zweimal Vollmond. Wenn es in einer Jahreszeit vier Vollmonde gibt, wird der dritte davon „Blauer Mond“ genannt. Einen besonderen Blauen Mond gab es am 31. Dezember 2009 – damals gabn es auch eine Mondfinsternis. Weil die Mondfinsternis zu Silvester stattfand, meinten viele Personen, dass dieser Blaue Mond magische Kräfte hatte.

Freitag, der 13. – die Bedeutung

Wie oben erwähnt, kommt die Angst vor Freitag, dem 13., daher, dass hier zwei vermeintlich negative Elemente vereint werden. Obwohl man glauben könnte, dass es diesen Aberglauben seit langer Zeit gibt, ist er erst seit dem 20. Jahrhundert weit verbreitet.

In seinem Roman Saktileg (The Da Vinci Code) schreibt Autor Dan Brown über die Auflösung des Templerordens, nachdem diese an einem Freitag, dem 13. Oktober 1307, verhaftet und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Viele Personen nehmen an, dass der Aberglaube mit diesem Ereignis verbunden sei – aber diese Theorie wurde bisher nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: Nach dem Jahr 1307 und bis ins 20. Jahrhundert gibt es überhaupt keine Quellen, wo Freitag, der 13., als Unglückstag erwähnt wird.

Viel mehr scheint der Aberglaube vom Roman Friday, the Thirteenth von Thomas William Lawson (1907) zu stammen. Im Roman bringt ein skrupelloser Broker die Börse am Wall Street zum Kollaps – und zwar an einem Freitag, dem 13. Tag des Monats.

Tatsächlich ist es so, dass viele Katastrophen, die an einem Freitag (der 13. oder auch nicht) stattgefunden haben, mit dem Finanzwesen zu tun haben. So gibt es mehrere Tage, die „Black Friday“ genannt wurden. Der erste „schwqarze Freitag“ war der 6. Dezember 1745.

De altfel, mai multe dintre catastrofele produse într-o zi de vineri  (13 sau nu) au legătură cu piaţa financiară, existând mai multe zile numite „Black Friday” (Vinerea neagră). Prima dintre ele a avut loc în 6 decembrie 1745: Als sich die Nachricht verbreitete, dass der Thronprätendent Charles Edward Stuart auf London marschiert, gab es den ersten Börsencrash der Geschichte. Der bekannteste „Black Friday“ bezieht sich auf den New Yorker Börsencrash von 1929. Hier muss man aber erwähnen, dass das an einem Donnerstag passierte – in den USA spricht man vom „schwarzen Donnerstag“ („Black Thursday“). Wegen der Zeitverschiebung war es aber bereits Freitag in Europa. Und so hat sich die Idee verbreitet, dass der Freitag Unglück bringt.

Ist Freitag, der 13., ein Unglückstag? Das sagt die Statistik

Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Statistiken erstellt, um zu erfahren, obn die Angst vor Freitag, dem 13., begründet ist. So hat man festgestellt, dass es freitags tatsächlich mehr Unfälle gibt. Aber nicht dann, wenn der Freitag am 13. des Monats fällt. Ganz im Gegenteil: Weil die Menschen abergläubisch sind und sich vor diesem Tag fürchten, sind sie aufmerksamer als sonst. Somit gibt es weniger Unfälle (im Verkehr, im Haushalt usw.) als sonst.

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